immer noch
Internationaler Frauentag bist du zuerst aufgetakelt, dann aber irgendwann abgetakelt
immer noch
sieht man dich als Lustobjekt halbnackt auf der Titelseite
immer noch
schaut er interessant, du aber alt aus
immer noch
nimmt er sich eine Jüngere und wirft dich Alte nach Benutzung weg
immer noch
wirst du als Sex- Ware Frau von jedem 2. Mann gekauft
immer noch
wirst du belästigt auf der Straße wegen deines Minirocks, am Arbeitsplatz, weil du charmant bist, daheim, weil du JETZT keinen Sex willst
immer noch
gibt es diese wenigen Häuser für dich,- auf der Flucht vor deinem gewalttätigen Mann
immer noch
kriegst du nicht dieselbe Kohle für die gleiche Maloche, dafür leistest du die Haus- und Erziehungsarbeit zum Nulltarif immer noch
werden deine Schwestern in Nachbarländern gesteinigt, verstümmelt, wenn sie nicht willens sind, ihrem Gebieter zu gehorchen

WIE LANGE NOCH?
Sylvia Dürr

piraten.phpAm 14. Feber 2014 fand in Innsbruck im Büro der KPÖ ein Informations- und Kennenlerntreffen für Sympathisanten des Wahlbündnisses "Europa anders" statt.
Dieses Wahlbündnis, bestehend aus Piraten, der KPÖ und der Partei "Der Wandel", tritt zusammen mit vielen parteiunabhängigen Menschen zur Europawahl an. Das Programm, das in diesen Tagen fertig ausgearbeitet wird, wird sich auf folgende Säulen stützen:

  • Innovative Demokratie, Partizipation und mündige Gesellschaft
  • Netzfreiheit, Datenschutz und offenes Wissen
  • Chancengleichheit, Verteilungsgerechtigkeit und Sicherung des Sozialstaats
  • Nachhaltiges Wirtschaften und Zukunft der Arbeit
  • Aktive Friedenspolitik und Solidarität

Beim Treffen in Innsbruck fanden sich etwa 25 Interessierte ein, die ihre Vorstellung einer guten Europapolitik und ihre Hoffnungen an das Bündnis miteinander diskutierten. Ein Teil der Anwesenden setzte sich aus den jeweiligen Anhängern der Bündnisparteien, nämlich Piraten und KPÖ, zusammen, aber auch etwa fünf bis sechs Unabhängige brachten sich sehr engagiert und kritisch ein.
Während sich beim Thema TTIP alle einig waren, dass dieses abzulehnen ist, weil Gefahr besteht, dass durch das TTIP die hohen europäischen Lebensmittelstandards und die Arbeitnehmerrechte untergraben werden könnten, so gab es beim Thema "Lobbyismus" durchaus mehr Diskussionsbedarf.

kostnixladen-innsbruck

Endlich scheint sich was zu verändern im Denken der Menschen. Nach Jahren des Konsumwahnsinns entstehen immer mehr Projekte wie Foodsharing, Kostnixläden, Tauschbörsen und Schulen, welche die Lehre der Natur vermitteln. Überlebensschulen, noch vor Jahren belächelt, Kräuterschulen, die das Wissen über Heilkräuter und essbare Pflanzen und Wurzeln lehren. Vereinigungen organisieren, dass Lebensmittel nicht mehr weggeworfen werden, sondern sozialen Einrichtungen oder armen Menschen zugute kommen.


todmordenGanze Dorfgemeinschaften arbeiten an alternativen Ideen, so wie das englische Dorff „Todmorden“ auf den Britischen Inseln.
Dort haben sich die Menschen zusammengetan und die öffentlichen Grünflächen, die in der Vergangenheit eher als Hundeklos und Müllhalden gedient haben, mit Gemüse bepflanzt. Jeder im Dorf kann mitmachen beim Anbau des Gemüses und jeder kann sich nehmen, was er braucht. Das Modell zur Selbstversorgung hat so großen Erfolg, dass sich viele Gemeinden in Deutschland und Frankreich dafür interessieren, es ihnen gleichzumachen. Früher wurden solche Projekte und deren Akteure, die ihr Bio Gemüse selbst angebaut haben, allesamt als alternative, linke Spinner verschrien. In der Zwischenzeit haben alle großen Konsumkonzerne ihre Regale mit biologischen Produkten gefüllt.
Nicht selten wird solchen Projekten nach wie vor viel Bürokratie entgegengesetzt, große Steine in deren Wege gelegt und sie werden immer noch belächelt.
Auch wenn Wirtschaft und Politik in der Zwischenzeit erkannt haben, dass es zu einer Katastrophe kommt, falls der Verkehr aus irgendeinem Grund zusammenbrechen sollte. Sei es nun, weil Benzin und Diesel nicht mehr zur Verfügung stehen, um Lastkraftwagen zu betanken oder weil eine höhere Naturgewalt das Versorgungssystem lahm legt. Wer wird dann die Versorgung der Bürger mit Lebensmitteln übernehmen?

demo-gegen-rechtsAm Samstag, den 30.11.2013, kreiste am Vormittag ein Hubschrauber über Innsbruck.
Was war geschehen? Ach, ja, sollte heute nicht irgend so eine deutsche Burschenschaft hier in Innsbruck ihre Jahresversammlung abhalten?
Das kleine Häufchen an bekäppten Männern war allerdings nicht leicht zu finden.
Ständig undurchdringlich umringt von mehreren Polizeieinheiten wurden sie dann endlich vor dem Gelände der Uni sichtbar.
War der ganze Aufwand der Polizei für dieses Grüppchen nicht etwas übertrieben?, fragte ich mich.
Aber, wie es sich nach eingehender Recherche herausstellte, waren die Polizisten für deren Schutz bestimmt.
Doch wo waren diejenigen, vor denen die Burschen beschützt werden mussten? Nicht etwa das noch kleinere Grüppchen von Menschen, die gegen diesen Umzug protestierten und mit Rufen auf sich aufmerksam machten?
Egal, ich begleitete deren Marsch, der erstaunlich friedlich und ruhig von statten ging, entlang der Altstadt bis hin zum Congresscenter, wo die Burschen dann, nicht ohne vorher noch eines ihrer Lieder gegrölt zu haben, in zwei Busse stiegen und abfuhren..

Begleitet von einigen anderen Journalisten machte ich mich auf den Weg zum Landhausplatz, wo eine  "Demonstration gegen diese Treffen der Burschenaftler" stattfinden sollte. Dort angekommen genoss ich erst mal die Ruhe, die hier herrschte. Kleine Gruppen von Menschen waren schon dort, die sich angeregt miteinander unterhielten.