Es gibt keine Entschuldigungen für die monströsen Attentate in Paris. Es gibt auch keine Rechtfertigungen, aber durchaus Erklärungen. Es herrscht seit Jahren Krieg in Ländern wie Afghanistan und Irak, in Syrien, Libyen, Mali, Tschad, Niger und der zentralafrikanischen Republik. Und überall ist (nicht nur) die französische Regierung verwickelt. Den Teufel mit dem Beelzebub austreiben?! Frankreichs Armee greift nicht erst seit Samstag in Syrien an. Zudem sollte man sich einmal vor Augen halten, wie es in den Banlieues, den Vorstädten von Paris, abgeht. Ein ständig schwelendes Pulverfass, in dem es alle naslang zu Unruhen kommt und Geschäfte und Autos in Flammen aufgehen. Unzufriedene Jugendliche protestieren gegen Bildungsnotstand, Arbeitslosigkeit und Ignoranz von seitens der Regierung. Was sollten auch die diskriminierten "immigrés" von den bisherigen Präsidententypen erwarten? Die haben es bis dato nicht geschafft, Menschen aus ihren ehemaligen Kolonien wie Algerien, Marokko und Tunesien vernünftig und gerecht zu integrieren. Hierfür war und ist das Interesse im Elysée- Palast nicht sonderlich groß. Im Grunde schert man sich einen Dreck drum. Eine Dummheit und Ungerechtigkeit sondergleichen. Aber wen wunderts? Nach den Attentaten von Freitag Nacht bekommen in Europa die rechten Parteien und Bewegungen erst recht Zulauf. Marine Le Pen und Strache & Konsorten reiben sich die Hände. Die Menschen, die gerade vor den mörderischen Kriegssituationen auf der Flucht sind, bekommen dies jetzt schon zu spüren. Die Willkommenskultur ist schwer am Bröckeln. Die "Europafestung" mit Mauern und Stacheldraht gegen die Armen hält noch, das trojanische IS- Pferd aber ist schon längst unter uns.